Zwangsversteigerung: Wie hoch sollte Ihr maximales Gebot sein?
Eine der wichtigsten Entscheidungen bei einer Zwangsversteigerung fällt nicht im Gerichtssaal. Sie fällt bevor Sie überhaupt anfangen zu bieten. Es ist die Entscheidung über Ihr persönliches Höchstgebot.
Key takeaways
Eine der wichtigsten Entscheidungen bei einer Zwangsversteigerung fällt nicht im Gerichtssaal. Sie fällt bevor Sie überhaupt anfangen zu bieten. Es ist die Entscheidung über Ihr persönliches Höchstgebot.
Viele Interessenten gehen mit einer Zahl in den Termin:
„Mehr als 250.000 Euro möchte ich nicht bezahlen.“
Das klingt vernünftig.
Aber woher kommen diese 250.000 Euro?
Aus dem eigenen Budget?
Aus dem Verkehrswert?
Aus einer erwarteten Rendite?
Oder einfach aus dem Gefühl, dass die Immobilie darüber nicht mehr „günstig“ ist?
Genau hier liegt ein großer Unterschied zwischen einem spontanen Bieter und einem gut vorbereiteten Käufer.
Ein professionelles Höchstgebot entsteht nicht aus dem Bauchgefühl.
Es entsteht aus einer Rechnung.
Der wichtigste Grundsatz: Ihr maximales Gebot ist nicht Ihr maximales Budget
Angenommen, Sie könnten grundsätzlich 300.000 Euro für eine Immobilie finanzieren.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Sie bei der Versteigerung bis 300.000 Euro bieten sollten.
Warum?
Weil der Zuschlag nicht Ihre einzige Ausgabe ist.
Nach dem Zuschlag können unter anderem noch Kosten für:
- Grunderwerbsteuer
- Gericht
- Grundbuch
- Renovierung
- Finanzierung
- Instandhaltung
- mögliche Überraschungen
entstehen.
Wenn Sie Ihre komplette finanzielle Leistungsfähigkeit in den Zuschlag stecken, bleibt möglicherweise zu wenig Spielraum für alles, was danach kommt.
Deshalb sollten Sie zwischen zwei Zahlen unterscheiden:
Was kann ich insgesamt finanzieren?
und
Wie hoch darf mein Gebot sein?
Diese Zahlen sind nicht identisch.
Beginnen Sie mit dem tatsächlichen Wert der Immobilie
Der Verkehrswert ist ein wichtiger Ausgangspunkt.
Aber er sollte nicht automatisch Ihr Gebotslimit bestimmen.
Nehmen wir an:
Verkehrswert: 400.000 Euro
Sie könnten denken:
„Wenn ich für 300.000 Euro kaufen kann, spare ich 100.000 Euro.“
Das ist eine zu einfache Rechnung.
Sie müssen zunächst verstehen, was die Immobilie für Sie tatsächlich wert ist.
Vielleicht benötigt sie:
60.000 Euro Renovierung.
Vielleicht entstehen weitere Erwerbskosten.
Vielleicht ist die Vermietbarkeit schlechter als erwartet.
Vielleicht ist die Lage weniger attraktiv, als sie auf den ersten Blick wirkt.
Dann verändert sich der wirtschaftliche Wert des Angebots.
Rechnen Sie vom Ziel rückwärts
Eine gute Methode besteht darin, nicht zu fragen:
„Wie viel kann ich bieten?“
Sondern:
„Was muss am Ende für mich übrig bleiben, damit sich der Kauf lohnt?“
Das ist besonders für Investoren wichtig.
Nehmen wir eine vereinfachte Situation:
Sie schätzen den realistischen Wert einer Immobilie nach Berücksichtigung ihrer Besonderheiten auf:
400.000 Euro
Sie möchten eine ausreichende Sicherheitsmarge behalten.
Dann ziehen Sie unter anderem ab:
- Erwerbskosten
- Renovierung
- Finanzierung
- Risiko
- gewünschte Gewinnmarge
Der Betrag, der übrig bleibt, ist Ihre maximale wirtschaftliche Basis für den Erwerb.
Das Ergebnis kann deutlich unter dem Verkehrswert liegen.
Und genau das ist völlig normal.
Ein einfaches Beispiel
Stellen Sie sich eine Immobilie mit einem Verkehrswert von:
400.000 Euro
vor.
Sie kalkulieren:
Renovierung: 50.000 Euro
weitere Erwerbskosten: 20.000 Euro
Risikopuffer: 20.000 Euro
Sie möchten außerdem einen ausreichenden Abstand zum angenommenen Wert behalten.
Dann können Sie nicht einfach sagen:
„400.000 Euro minus 20 Prozent = 320.000 Euro.“
Die richtige Rechnung hängt von Ihrer Strategie und den konkreten Kosten ab.
Der entscheidende Punkt ist:
Ihr Gebotslimit muss aus mehreren Variablen entstehen.
Nicht aus einer pauschalen Prozentzahl.
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Eigennutzer und Investoren sollten unterschiedlich rechnen
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Wenn Sie eine Immobilie für sich selbst kaufen, ist die Rendite möglicherweise nicht die wichtigste Kennzahl.
Sie könnten beispielsweise bereit sein, etwas mehr zu bezahlen, weil:
- Sie die Lage lieben
- die Immobilie genau Ihren Bedürfnissen entspricht
- Sie langfristig dort wohnen möchten
- Sie Alternativen auf dem normalen Markt nicht finden
Ein Investor betrachtet dieselbe Immobilie möglicherweise völlig anders.
Für ihn zählen eher:
- erwartbare Miete
- Rendite
- Gesamtkapital
- Finanzierung
- zukünftiger Wert
- Instandhaltung
- Wiederverkauf
Deshalb gibt es nicht für jede Immobilie ein objektiv „richtiges“ Höchstgebot.
Es gibt ein Höchstgebot, das zu Ihrer Strategie passt.
Der Verkehrswert ist kein automatischer Verkaufspreis
Dieser Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit.
Der Verkehrswert soll den Wert der Immobilie unter bestimmten Bewertungsannahmen abbilden.
Er bedeutet nicht:
„Diese Immobilie wird garantiert für genau diesen Betrag verkauft.“
Und er bedeutet auch nicht:
„Wenn Sie 20 Prozent darunter kaufen, haben Sie garantiert 20 Prozent Gewinn.“
Der tatsächliche Markt kann anders aussehen.
Deshalb sollten Sie den Verkehrswert mit anderen Informationen kombinieren:
- vergleichbare Immobilien
- aktuelle Angebotspreise
- Lage
- Zustand
- mögliche Mieteinnahmen
- Renovierungsbedarf
- besondere rechtliche Aspekte
Je mehr Informationen Sie haben, desto besser können Sie beurteilen, ob der angesetzte Wert für Ihre Entscheidung sinnvoll ist.
Das Problem mit dem „Rabatt zum Verkehrswert“
Viele Interessenten arbeiten mit einer einfachen Regel:
„Ich kaufe nur, wenn ich mindestens 20 oder 30 Prozent unter dem Verkehrswert bleibe.“
Das kann als grober Filter nützlich sein.
Aber als vollständige Investmentstrategie reicht es nicht.
Warum?
Weil zwei Immobilien mit demselben Verkehrswert völlig unterschiedliche Risiken haben können.
Objekt A
Verkehrswert: 400.000 Euro
Sehr guter Zustand.
Gute Lage.
Kaum Renovierungsbedarf.
Objekt B
Verkehrswert: 400.000 Euro
Unklare Innenausstattung.
Erheblicher Renovierungsbedarf.
Schwierige Nutzungssituation.
Beide haben denselben Verkehrswert.
Aber Sie würden wahrscheinlich nicht dasselbe Gebot für beide abgeben.
Berücksichtigen Sie die Renovierung realistisch
Das ist einer der häufigsten Fehler.
Ein Käufer sieht:
Zuschlag: 250.000 Euro
und denkt:
„Das ist günstig.“
Dann stellt sich heraus, dass:
- das Badezimmer erneuert werden muss
- die Elektrik teilweise veraltet ist
- Böden ersetzt werden müssen
- Fenster modernisiert werden müssen
- die Heizung Probleme macht
Aus 250.000 Euro werden plötzlich:
310.000 oder 330.000 Euro Gesamtkosten.
Deshalb sollte die Renovierung nicht als nachträglicher Gedanke behandelt werden.
Sie gehört vor dem Gebot in Ihre Kalkulation.
Was tun, wenn Sie die Renovierung nicht genau kennen?
Das ist besonders relevant, wenn keine Innenbesichtigung möglich war.
Dann sollten Sie nicht einfach die niedrigste denkbare Zahl verwenden.
Wenn Sie glauben:
Renovierung wahrscheinlich 40.000 Euro
dann könnten Sie beispielsweise mit einem höheren internen Budget kalkulieren.
Nicht weil Sie wissen, dass die Renovierung teurer wird.
Sondern weil die Unsicherheit größer ist.
Je weniger Informationen Sie haben, desto größer sollte Ihre Sicherheitsmarge sein.
Ein Risikopuffer schützt Ihr Gebot
Stellen Sie sich vor, Sie rechnen mit:
30.000 Euro Renovierung
und:
20.000 Euro Reserve
Dann beträgt Ihr interner Renovierungs- und Risikobetrag:
50.000 Euro.
Diese Reserve sollten Sie nicht als zusätzliches Geld betrachten, das Sie unbedingt ausgeben müssen.
Sie ist für den Fall gedacht, dass Ihre ursprüngliche Einschätzung falsch war.
Das kann beispielsweise passieren durch:
- unerwartete Schäden
- höhere Handwerkerpreise
- zusätzliche Arbeiten
- Verzögerungen
- ungeplante Kosten
Eine Immobilie ist schließlich kein Produkt mit einem exakt vorhersehbaren Endpreis.
Rechnen Sie mit drei Szenarien
Eine besonders praktische Methode ist die Szenarioanalyse.
Optimistisches Szenario
Renovierung:
30.000 Euro
Realistisches Szenario
Renovierung:
50.000 Euro
Vorsichtiges Szenario
Renovierung:
80.000 Euro
Jetzt stellen Sie sich die Frage:
Bei welchem Szenario funktioniert der Kauf noch?
Wenn das Investment nur im optimistischen Szenario funktioniert, sollten Sie vorsichtig sein.
Wenn es auch im realistischen Szenario attraktiv bleibt, sieht die Situation besser aus.
Wenn es sogar im vorsichtigen Szenario noch tragfähig ist, haben Sie eine wesentlich größere Sicherheitsmarge.
Der Investor sollte seine Rendite vorher kennen
Wenn Sie eine Immobilie als Kapitalanlage kaufen möchten, sollten Sie vor dem Termin wissen, welche Rendite Sie ungefähr benötigen.
Dabei reicht eine einfache Bruttorendite oft nicht aus.
Beispielsweise:
Jahreskaltmiete: 18.000 Euro
Kaufpreis: 250.000 Euro
Die einfache Bruttorendite wäre:
7,2 Prozent
Das klingt zunächst attraktiv.
Aber was passiert mit:
- Renovierung?
- Finanzierung?
- Instandhaltung?
- Leerstand?
- Verwaltung?
- nicht umlagefähigen Kosten?
- weiteren Erwerbskosten?
Ihre tatsächliche Rendite kann deutlich niedriger liegen.
Deshalb sollten Sie mit den Gesamtkosten rechnen.
Eine Immobilie kann bei 250.000 Euro gut sein und bei 280.000 Euro schlecht
Das ist ein wichtiger Gedanke.
Nehmen wir an, Ihre Kalkulation ergibt:
Maximal wirtschaftlich sinnvoll: 250.000 Euro
Dann passiert im Gerichtssaal Folgendes:
220.000 Euro
230.000 Euro
240.000 Euro
250.000 Euro
Dann bietet jemand:
260.000 Euro
Jetzt haben Sie zwei Möglichkeiten.
Sie können sagen:
„Nur noch 10.000 Euro mehr.“
Oder Sie können sagen:
„Meine Kalkulation endet bei 250.000 Euro.“
Die zweite Reaktion ist die professionellere.
Denn die Immobilie hat sich durch das zusätzliche Gebot nicht verbessert.
Ihre erwarteten Mieteinnahmen sind nicht gestiegen.
Der Zustand hat sich nicht verändert.
Die Lage ist nicht besser geworden.
Nur der Preis ist gestiegen.
Der gefährlichste Moment kommt oft nach Ihrem Höchstgebot
Sie haben 250.000 Euro als Limit festgelegt.
Jemand bietet 255.000 Euro.
Sie denken:
„Ich habe bereits so viel Arbeit in die Analyse gesteckt.“
Dann:
260.000 Euro.
„Die 10.000 Euro machen jetzt auch keinen großen Unterschied.“
Dann:
270.000 Euro.
„Jetzt möchte ich das Objekt wirklich haben.“
Genau hier entsteht das Risiko.
Ihr ursprüngliches Limit wird Stück für Stück emotional aufgeweicht.
Deshalb sollte Ihr maximales Gebot vor dem Termin schriftlich feststehen.
Nicht erst während der Versteigerung.
Setzen Sie sich zwei Grenzen
Eine praktische Methode besteht darin, zwei Zahlen festzulegen.
Absolute Grenze
Das ist der Betrag, über den Sie unter keinen Umständen gehen.
Zielpreis
Das ist der Betrag, bei dem Sie das Objekt als sehr attraktiv betrachten.
Beispiel:
Zielpreis: 230.000 Euro
Absolute Grenze: 250.000 Euro
Wenn die Immobilie bei 230.000 Euro zugeschlagen wird, haben Sie ein hervorragendes Ergebnis erzielt.
Wenn sie auf 245.000 Euro steigt, kann sie immer noch wirtschaftlich funktionieren.
Bei 255.000 Euro steigen Sie aus.
Diese vorherige Entscheidung nimmt Emotion aus dem Prozess.
Berücksichtigen Sie die Konkurrenz
Sie wissen vor dem Termin nicht sicher, wie viele Bieter tatsächlich erscheinen werden.
Vielleicht interessiert sich niemand besonders für das Objekt.
Vielleicht sitzen mehrere erfahrene Investoren im Saal.
Vielleicht steigt der Preis deutlich stärker als erwartet.
Das können Sie nicht kontrollieren.
Was Sie kontrollieren können, ist Ihr eigenes Limit.
Deshalb sollten Sie niemals Ihre Kalkulation auf der Annahme aufbauen:
„Wahrscheinlich werde ich der einzige ernsthafte Bieter sein.“
Planen Sie konservativ.
Wenn der Wettbewerb gering ist, profitieren Sie.
Wenn er hoch ist, bleiben Sie diszipliniert.
Ein hoher Verkehrswert kann sogar gefährlich sein
Das klingt zunächst ungewöhnlich.
Aber stellen Sie sich vor:
Verkehrswert:
600.000 Euro
Sie sehen einen möglichen Zuschlag von:
450.000 Euro
Das klingt nach einem Rabatt von:
150.000 Euro
Doch wenn:
- 100.000 Euro Renovierung notwendig sind
- weitere Kosten entstehen
- die Finanzierung teuer ist
- die Immobilie schwer vermietbar ist
kann der scheinbare Rabatt schnell verschwinden.
Ein großer Abstand zum Verkehrswert ist deshalb nur ein Signal für weitere Prüfung.
Nicht automatisch ein Kaufsignal.
Wie Sie Ihr maximales Gebot praktisch berechnen
Sie können für jedes Objekt eine einfache Tabelle erstellen.
Schritt 1
Schätzen Sie den realistischen Wert der Immobilie.
Schritt 2
Ermitteln Sie alle erwarteten Erwerbskosten.
Schritt 3
Schätzen Sie den Renovierungsaufwand.
Schritt 4
Planen Sie einen Risikopuffer.
Schritt 5
Berücksichtigen Sie Ihre Finanzierung.
Schritt 6
Definieren Sie die Rendite oder Sicherheitsmarge, die Sie benötigen.
Schritt 7
Berechnen Sie daraus Ihr maximales Gebot.
Schritt 8
Schreiben Sie die Zahl vor dem Versteigerungstermin auf.
Schritt 9
Halten Sie sich während des Termins daran.
Dieser letzte Schritt klingt einfach.
In der Praxis ist er oft der schwierigste.
Eine einfache Kontrollfrage
Kurz bevor Sie Ihr Gebot abgeben, sollten Sie sich fragen:
„Wenn ich diese Immobilie heute nicht kennen würde und jemand sie mir für diesen Preis anbieten würde, würde ich sie trotzdem kaufen?“
Wenn die Antwort nein ist, sollten Sie vorsichtig werden.
Der Umstand, dass Sie bereits Zeit investiert haben, macht einen schlechten Preis nicht besser.
Ihre bisherige Recherche ist bereits vergangen.
Das Geld, das Sie noch investieren werden, liegt dagegen in der Zukunft.
Und genau diese Entscheidung sollten Sie kontrollieren.
Wann ist ein Gebot wirklich attraktiv?
Ein gutes Gebot erfüllt idealerweise mehrere Bedingungen gleichzeitig.
Die Immobilie hat:
- eine nachvollziehbare Bewertung
- eine interessante Lage
- kalkulierbaren Renovierungsbedarf
- ein akzeptables rechtliches Risiko
- eine tragfähige Finanzierung
- ausreichend Sicherheitsmarge
und Ihr Gebot liegt deutlich genug unter dem Betrag, bei dem das Investment für Sie uninteressant wird.
Dann kaufen Sie nicht einfach „billig“.
Sie kaufen mit einer Sicherheitsmarge.
Was bedeutet Sicherheitsmarge?
Vereinfacht gesagt bedeutet sie:
Sie kaufen nicht zu dem Preis, bei dem alles perfekt funktionieren muss.
Sie kaufen zu einem Preis, bei dem auch kleinere Fehler in Ihrer Kalkulation noch verkraftbar sind.
Das ist gerade bei Zwangsversteigerungen wichtig.
Denn Sie haben möglicherweise weniger Informationen als bei einem normalen Immobilienkauf.
Je höher die Unsicherheit, desto wichtiger wird die Sicherheitsmarge.
Für Erstkäufer: Kaufen Sie nicht Ihre Traumimmobilie um jeden Preis
Wenn es Ihre erste eigene Immobilie ist, kann der emotionale Druck besonders stark sein.
Vielleicht haben Sie lange gesucht.
Vielleicht ist das Haus größer als alles, was Sie auf dem normalen Markt bezahlen könnten.
Vielleicht glauben Sie:
„Wenn ich diese Gelegenheit nicht nutze, bekomme ich nie wieder so eine Chance.“
Das stimmt fast nie.
Immobilien kommen wieder.
Versteigerungstermine kommen wieder.
Neue Objekte werden veröffentlicht.
Eine schlechte finanzielle Entscheidung kann Sie dagegen viele Jahre begleiten.
Deshalb gilt:
Lieber eine interessante Immobilie verpassen als eine schlechte Entscheidung kaufen.
Für professionelle Investoren: Das Gebot ist Teil Ihrer Strategie
Wenn Sie regelmäßig Immobilien erwerben, sollte Ihr Höchstgebot nicht jedes Mal neu aus dem Bauch heraus entstehen.
Sie können beispielsweise mit festen Kriterien arbeiten:
- Mindest-Rendite
- maximaler Kaufpreis pro m²
- maximaler Renovierungsaufwand
- Mindest-Sicherheitsmarge
- maximaler Fremdkapitalanteil
- maximaler monatlicher Kapitaldienst
Dadurch wird die Auswahl systematischer.
Sie vergleichen dann nicht nur Immobilien miteinander.
Sie vergleichen auch Risiko und Kapitalrendite.
Fazit
Das maximale Gebot ist eine der wichtigsten Zahlen bei einer Zwangsversteigerung.
Es sollte nicht einfach aus dem Verkehrswert abgeleitet werden.
Und es sollte schon gar nicht während des Versteigerungstermins spontan entstehen.
Ein vernünftiges Höchstgebot berücksichtigt:
- den realistischen Wert der Immobilie
- Erwerbskosten
- Renovierung
- Finanzierung
- Risiken
- persönliche finanzielle Möglichkeiten
- und die gewünschte Sicherheitsmarge
Für Eigennutzer bedeutet das vor allem, die eigenen finanziellen Grenzen zu schützen.
Für Investoren bedeutet es, nur so weit zu bieten, wie die wirtschaftliche Rechnung trägt.
Und wenn der Preis Ihr vorher festgelegtes Limit überschreitet?
Dann ist die Entscheidung eigentlich sehr einfach:
Lassen Sie jemand anderen gewinnen.
Denn bei einer Zwangsversteigerung besteht Ihr Erfolg nicht darin, unbedingt den Zuschlag zu bekommen.
Ihr Erfolg besteht darin, nur dann den Zuschlag zu bekommen, wenn der Preis für Sie noch stimmt.
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